Psycho, Tipps
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Werden Dicke etwa (auch) diskriminiert?

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet Benachteiligungen bezüglich Rasse!! und ethnische Herkunft!!, Geschlecht, Religion und Weltanschauung, Behinderung, Alter (jedes Lebensalter), sexuelle Identität.

Von Übergewichtigen ist da keine Rede, also macht Euch mal darüber lustig.
Das geht mit blöden Bemerkungen los, Mobbing überall oder bestenfalls mitleidige Blicke. Selbst schuld, kann sich nicht zusammenreißen, läuft ja auch rum in Sack und Asche, da bleibt ja nur noch der verschämte Blick auf den Boden.
Die Werbung tut ihr Übriges, Nix-Zero-auf den Rippen-habende Models laufen durch die Werbelandschaft, fröhlich Diät-Produkte mampfend, da fühlt man sich schon verarscht …

Thema Klamotten: Woher denn schicke Sachen in sehr großen Größen? In den hintersten Ecken der schickeren Läden, wenn überhaupt, lieblos zusammen geschustert? Billige sackartige Kleidung und oberdrein teuer!
Die Alternative ist nur die exklusive Maßanfertigung, aber bezahlbar?
Das zum Thema Diskriminierung.

Liebe 42 bis 58 Trägerinnen, ein bisschen mehr Lebensfreude, ein bisschen mehr Selbstbewusstsein, ein bisschen mehr Persönlichkeit steht jeder und jedem. Der Blick auf den Boden trägt nicht dazu bei …

2 Kommentare

  1. Was ich so krass finde: auch wenn man selbst ein bisschen zu viel Hüftgold mit sich herumträgt, findet man andere Dicke irgendwie oft wenig ästhetisch. Aber, anstatt bei sich selbst Nägel mit Köpfen zu machen, ist man schon froh, wenn man in Etwa das Gewicht hält oder es reicht, minimal abzunehmen.
    Das muss Psychologie sein.

  2. Shari sagt

    Das mit dem Selbstbewusstsein ist klasse, allerdings haben viele Dicke eben jahrelang immer nur eine Botschaft von ihrer Umwelt empfangen: Du bist schlecht/häßlich so wie Du bist. Ob das nun hämisch und böswillig von Mobbern kam oder nett und besorgt verpackt aus dem Familienkreis nach dem Motto „Kind Du musst mal abnehmen, das ist ja so ungesund“ – das Fazit ist immer: So wie ich bin, genüge ich nicht. Davon weg zu kommen, ist schwer. Zumal ja ab einem gewissen Übergewicht die Sache mit der Gesundheit auch nicht von der Hand zu weisen ist. Man weiß, man verletzt sich eigentlich selber (so wie es Raucher und Drogenkonsumenten auch tun…Raubbau an sich selbst)

    Da steht dann also eine, sagen wir, 25-Jährige und will eigentlich nach vielen schlechten Erfahrungen in Schule und Ausbildung (Mobbing/Ausgrenzung wegen des Gewichts) eigentlich mal durchstarten, Spaß haben, ihre Ziele verwirklichen. Aber so wie sie ihre „Zuviel-Kilos“ täglich mich sich rumtragen muss, trägt sie auch diesen Riesenrucksack an Kritik (ob böse oder wohlmeinend), an Erniedrigung und Scham mit sich rum. Kann man den loswerden, ohne Gewicht zu verlieren? Schwer, denke ich. Vor allem, wenn es um echtes Selbstbewusstsein geht – nichts Aufgesetztes, kein trotziges Aufstampfen oder breites Lächeln nur für Andere – ein echtes, tief im Inneres sitzendes Wohlgefühl mit sich selber. Das ist für Dicke verdammt schwer zu erreichen. Klar, v.a. auch, weil es die Diskriminierung gibt – aber oft eben auch, weil man im tiefsten Grunde des Herzens vielleicht doch gern anders aussehen würde…

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