Essen und Trinken, Trends
Kommentare 2

Grünkohlzeit – dieses Bremer Originalrezept wird euch schmecken!

Es ist November, die Tage werden kürzer, Der Herbst hat bald keine Lust mehr, Herbst zu sein und Weihnachten kündigt sich unvermeidlich an.
Trotzdem, es gibt noch etwas im nördlichen Norddeutschland, was so manchen um den Verstand bringt: die Grünkohlzeit.

Eigentlich ist es ja noch zu früh, da der Grünkohl erst richtig schmeckt, wenn er den ersten Frost abbekommen hat, aber da auf das Klima kein Verlass mehr ist, stehen jetzt schon auf vielen Speisekarten nicht nur der Landgasthäuser deftige Grünkohlgerichte.

Was macht ein Lobgesang auf eine derart fettige Mahlzeit auf einem Blog mit dem Titel „gesund und schlank“? Es gehört einfach zu einer gesunden und entspannten Ernährung, auch zwischendurch genießen zu können, danach kann man ja wieder zu seiner Knabbermöhre zurückkehren.

Im Rheinland wird im Karneval auf den Putz gehauen, in Norddeutschland sich der Bauch mit Grünkohl und den unvermeidlich köstlichen Zutaten vollgeschlagen. Dass der Grünkohl eine positive Wirkung auf Seele und Körper hat, merkt man schon daran, dass Firmen, die die Arbeitskraft ihrer Mitarbeiter auf hohem Niveau halten wollen, zu ausgiebigen Grünkohlorgien einladen.

Oben im Text hatte ich erwähnt, dass so mancher klare Blick vorübergehend auf der Strecke bleibt: das liegt an den unvermeidlichen Aquavits als Verdauungshilfe. Es wird leider nicht immer auf die Menge geachtet.

So, als gebürtiger Bremer möchte ich hier ein altes Rezept niederschreiben, wie gerade in Bremen und umzu der Grünkohl traditionell zubereitet wird:

Braunkohl mit Pinkel

In Bremen sagt man Braunkohl, weil es früher zwei Sorten Kohl gab, einen grünen und einen blauen Kohl, der blaue wird beim Kochen braun. Heute wird nur noch der grüne Kohl angebaut, weil er ergiebiger ist.
Und, liebe Nichtnordlichter, Pinkel ist nicht das, was man denken könnte, hier im Rezept erfährst Du es.

Braunkohlrezept:

1 1/2 kg Braunkohl
1/2 I  Fleischbrühe
150g Schweine-, Gänse- oder Entenschmalz
2 EßI. Hafergrütze
1 Teel. Salz
5 Teel. feingehackte Zwiebel
4 Teel. Zucker
1 Teel. gestoßener Pfeffer
1 Pinkel
.
Die Zwiebeln in dem heißen Schmalz andünsten, dann schichtweise den vorbereiteten Kohl, Hafergrütze, Zucker und Salz hineingeben, die heiße Brühe darüber gießen und alles 10 Min. kochen. Dann nur noch den Topf gut durchschütteln, Deckel drauf und 2-3 Stunden sanft schmoren lassen. Die Pinkelwurst wird in der letzten Stunde auf den Kohl gelegt und mitgekocht.

Pinkelwurst:

250 g Nierenfett
250 g Hafergrütze
Zwiebeln, Speckstücke
Pfeffer, Salz, Nelken
.
Nierenfett und Zwiebeln kleinhacken und mit der Grütze, Pfeffer und Salz in eine Wursthaut stopfen, die vom Mastdarm des Rindes, dem Pinkeldarm (daher der Name), stammen sollte. Etwas Raum zum Ausquellen der Würste lassen. Man kann auch statt des Nierenfetts kleingeschnittenen Speck nehmen.

Dazu kann man Salzkartoffeln servieren und das Ganze noch mit Kasseler und Kochwürsten aufstocken, damit diese „Vollwert“-Mahlzeit ein Vergnügen wird, das jedes Diätthema wohltuend in den Hintergrund treten lässt.
Und nu`n Köhm hinterher, Prost!

Dieses Kohl- und Pinkelrezept ist bremisch überliefert und mit vielen anderen traditionellen Bremischen Rezepten in diesem Buch niedergeschrieben worden:
Das Kochbuch aus Bremen

Der Grüne Kohl

ist eine internationale Kulturpflanze, die seit Jahrhunderten gerne verspeist wird. In vielen Ländern gehört er zum alltäglichen Speiseplan. Mit diesen Anregungen (Buchtipp) holst Du alles aus ihm raus … Das internationale Grünkohl-Kochbuch: 50 Rezepte aus 27 Ländern

2 Kommentare

  1. Pingback: Weihnachtsmärkte: So überlebst Du sie! | ... Think Positive :-)

  2. Bernd sagt

    Ich liebe Grünkohl. Schmeckt das ganze Jahr über. Schmeckt auch als Suppe und andere Zubereitungen neben den klassischen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.