Die Magermodel-Phase ist nun wohl entgültig vorbei. Das Flaggschiff aller erfolgreichen Frauenzeitschriften, die “Brigitte”, hat sich entschlossen, keinerlei magersüchtige “Schönheiten” mehr durch ihre Modestrecken wandeln zu lassen.
Leserumfragen und Internetklicks bestätigen, dass Frauen keine Hungerhaken mehr sehen wollen, sie wollen sich identifizieren können.
Die Magerspirale drehte sich scheinend unaufhaltsam: Die Kleider werden immer kleiner, die Mädchen dadurch immer dünner, die Fotos immer unwirklicher und das Schönheitsideal unerreichbarer. Das Schönheitsideal hat jetzt einen gefährlichen Punkt erreicht, der ein Umdenken absolut notwendig macht.
Das wird möglicherweise nicht mehr lange dauern.
In Frankreich soll das Präsentieren von sehr dünnen Models auf Schauen verboten werden. Modefirmen, Magazine, Werbefirmen und anderen Veranstaltern werden harte Strafen angedroht, wenn sie weiterhin Dünnst-Models engagieren.
“Steh zu dir selbst, steh zu deinem Körper. Warum nehmen wir nicht gleich eine echte Frau?”
Die Werbekampagnen mit “echten” Frauen von “Dove” zum Beispiel sind sehr erfolgreich und bei der “Vogue” setzt auch schon ein Umdenken ein.
Die “Brigitte” zieht nun nach.
Chefredakteur Andreas Leber: “Wir zeigen Mode an Insekten, und hinten im Heft sagen wir: Steh zu dir selbst, steh zu deinem Körper, die neuen Rezepte und so weiter. Warum nehmen wir nicht gleich eine echte Frau?”
Nun also keine dünnen Models mehr, keine Kleiderständermädchen, keine Hungerhaken, nur noch “normale Frauen”. Die nächsten Gucci-, Prada- und Dior-Kleider werden also demnächst von Gabi, 41, Kassiererin, oder von Simone, 28, Kindergärtnerin vorgestellt, ganz normale Frauen also, die natürlich und authentisch sind.
Die Reaktionen der Modeunternehmen und Anzeigenkunden sind noch nicht eindeutig, dennoch soll am 2. Januar die erste komplett ohne Models produzierte Ausgabe der “Brigitte” erscheinen. Wir dürfen gespannt sein.
Quelle: Spiegel
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Da bin ich auch gespannt auf die Januar-Brigitte.
Die Diskussion um zu magere Modells wird ja schon seit Jahren geführt. Solche dünnen Modells können nur zu Essstörungen führen, wenn sich junge Mädchen damit vergleichen. Hinzu kommt auch noch, dass alle Bilder zusätzlich mit Photoshop bearbeitet werden. Da wird dort noch die letzte Kontur verschlankt, die Oberschenkel dünner retuschiert und der Hals verlängert. Da hat ein lebendiger Mensch keine Chance heranzukommen. Und es stellt sich natürlich auch die Frage: Warum sollte frau (und in zunehmenden Maße auch Männer) an ein solch unnatürliches Schönheitsideal herankommen wollen.
Wenn man einmal vergleicht: Bis in die 60er Jahre waren Modells noch relativ normalgewichtige Frauen. Das wird einem auch bewusst, wenn man Modells aus den 30er/40er Jahren mit den Modells von heute vergleicht. Es wird Zeit, dass die Trendwende hin zu einem gesunderen Körperbewusstsein stattfindet.
Ich hoffe, die Januar-Brigitte ist erst der Anfang…
@Leonie: Diese erfreuliche Erkenntnis und daraus hoffentlich in Gang gesetzte Entwicklung kann ich auch nur begrüßen. Vor 30 Jahren wog ein Model 8%, heute 23% weniger als die Durchschnittsfrau, damit kann sich doch niemand mehr identifizieren, geschweige denn die passende Mode für sich zu finden. Ich bin sicher, dass das dem Modezeitschriftenmarkt und der Modeinustrie guttut und nicht zuletzt dem Magerwahn damit hoffentlich ein Ende setzt.
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