Endlich: die Krankenhauskost wird revolutioniert

von Hennii · 10 Kommentare

in Essen und Trinken, Trends

Habt ihr schon mal im Krankenhaus gelegen? Dann wisst Ihr, dass das Klinikessen alles andere als der Gesundheit förderlich ist, von der Befriedigung der Geschmacksspapillen mal ganz zu schweigen.
Kartoffelbrei aus der Tüte, völlig verkochtes Gemüse und geschmacklose Frikadellen, altes Graubrot mit trockner Mortadella … Füllstoffe ohne jeden Geschmack und jeglicher Vitamine.

Das soll sich nun ändern.
Der britische Sternekoch Heston Blumenthal will sternemäßig experimentieren. “Umami” heißt sein Stichwort, kommt aus dem Japanischen und heißt so vielsagend wie “Köstlichkeit”. Sein Ziel: geschmackvolle Traditionskost mit exotischen Highlights wie Algen, Shitake und viel Glutaminsäure.

Blumenthal gehört zu den angesehensten Expertenköchen, ist aber sehr umstritten, da er fragwürdige Zusatzstoffe für seine Molekular-Speisen verwendet.

Zunächst sollen ältere! Menschen im Krankenhaus Versuchskaninchen sein!

Blumenthal ist sehr umstritten, da er fragwürdige Zusatzstoffe für seine Molekular-Speisen verwendet.
Daher sollen zunächst ältere Menschen im Krankenhaus die Speisen testen.
Eine Wissenschaftlerin, die das Experiment begleitet, erklärt den Grund: bei alten Menschen ist schlechte Ernährung ein ernstes Problem und durch viele Medikamente haben sie oft ihren Geschmackssinn verloren.
Ich frage mich: Werden sie ihren Geschmackssinn wiederentdecken? Werden sie den Test überleben?
Dass die Klinikkost verbessert werden muss, darüber besteht kein Zweifel, ich bin gespannt wie das Experiment ausgehen wird …

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Sigi

Das verstehe ich auch weniger. Warum nicht einfach etwas frischer mit mehr Vitaminen und ein bisschen mehr Abwechslung. Wozu braucht man einen Sternekoch mit solch exotischen Vorstellungen.

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Susanne

Schon mal im Krankenhaus gearbeitet und zwar in der Küche?
Ich glaube, es darf nicht verallgemeinert werden. Nicht jedes Krankenhaus kocht mit Fertigprodukten. Aber die Zeit spielt eine große Rolle wenn es um die Mahlzeitenzubereitung geht. Das durfte und musst ich 15 Jahre lang erfahren. Kaum ist das Frühstück raus,ist das Mittagessen dran.
Das Abendessen wird dann meist (so sind wenigstens meine Erfahrungen) kurz nach der Mittagsausgabe portioniert.
Das Arbeiten in einer Großküche ist Stress und wenn dann noch den Ansprüchen an Frische, guter Geschmack… hoch sind, dann kollidiert das oft mit den Vorgaben von Verwaltung und Krankenkasse. Die Kosten für die Verpflegung machen den geringsten Teil des Pflegesatzes aus.
Aber jetzt zum eigentlichen Inhalt des Beitrages: Was soll Molekularküche in einem Krankenhaus? Da ann ich mich Sigi in allen Punkten nur anschließen.

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Hennii

@Susanne: Es ist mir schon klar, dass die Qualität der Mahlzeiten nicht aus Ahnungs- oder Interesselosigkeit so schlecht ist. Zeit, die man bräuchte, ist Geld und Geld ist keins vorhanden (Zeit auch nicht). Dieses “Sterne”-Experiment ist überflüssig und dient nur der Publizität des Initiators, lässt sich garantiert nicht in den Alltag einbauen. Dennoch, Veränderung ist nötig, man sollte sich einfach bewußt sein, das eine einigermaßen anständige Ernährung auf den Heilungsprozess Wunder wirkt. Aber was sage ich einer professionellen Ernährungsberaterin…
Mit deinem Insiderwissen, was kann man tun?

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Susanne

Gute Frage.Alle Parteien sind gefragt. Es kann nicht sein, dass das Küchenpersonal unter Zeitdruck versucht, ein gesundes Essen auf das Tablett zu zaubern. Großküchenarbeit ist ein Knochenjob.
Die Ansprüche der Patienten sind manchmal so hoch, dass man sich zum Teil vorkommt, als bediene man in einem Hotel. Das ist zu einem Teil machbar, wenn ausreichend Personal da ist. Es darf aber nicht an allen Ecken und Enden gekürzt werden und was ich für ganz wichtig halte: Das Personal muss motiviert werden und auch geschult und was ganz wichtig ist: Auch das Küchenpersonal sollte mal ein Lob erfahren. Wie viele Pralinenschachteln oder Geldkuverts landen beim Pflegepersonal. Haben sie sich auch verdient.
Aber wer denkt an die Menschen, die für´s Essen zuständig sind? Und wenn das Essen mal nicht schmeckt, dann wird sich daran zuerst hochgezogen.
Das Ganze hat jetzt nichts mit gesunder Ernährung zu tun. Es hakt eigentlich an vielen Ecken.
Das sind jetzt die Erfahrungen, die ich vor langer Zeit gemacht habe, aber ich weiß, dass es nicht besser geworden ist.

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Hennii

@Susanne: sicher ist es nicht besser geworden sondern eher noch schlimmer. Es wird an allen Ecken und Enden gespart und gesunde Ernährung ist da schon ein Luxusanspruch. Ich fürchte aber, dass viele Patienten nicht meckern, weil ihnen das Essen nicht “gesund genug” ist, sondern weil meckern einfach ein Ausdruck allgemeinen Lebensfrustes ist. Zum Thema Gesundheit generell: Im Krankenhaus wird die Schulmedizin bis auf die Spitze des wirtschftlichen Effizienz getrieben. das kann nicht gesund sein, denn dazu gehört einfach mehr. Eben genau das Gegenteil. Zeit für den Patienten, Gespräche und eben gesunde Ernährung. Alles heute undenkbar.

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Henning

Sicherlich ist es sinnvoll, die Krankenhauskost zu verbessern. Nützt aber alles nichts, wenn die Krankenhäuser weiterhin unterbesetzt sind. Dort sollte lieber angesetzt werden. Mein Opa lag vor ein paar Wochen im Krankenhaus und hat einige Male nichts zu essen bekommen, weil er selber nicht essen konnte und auch niemand da war, der ihn hätte füttern können.

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